Schwarzwaldverein Ortsgruppe Hohenwart e.V.
Reisebericht Bodensee - Königssee - Radweg 2026 der Radsportgruppe des Schwarzwaldvereins OG Hohenwart
Eine Reise entlang des Bodensee-Königssee Radwegs bietet eine s Reisebericht Bodensee - Königssee - Radweg 2026 der Radsportgruppe des Schwarzwaldvereins OG Hohenwart
Eine Reise entlang des Bodensee-Königssee Radwegs bietet eine sportliche Variante, die grandiose Voralpenlandschaft und ihre weltberühmten Kulturdenkmäler zu entdecken.
Historische Marktstraßen wie in Immenstadt und Murnau, alte Bauernhäuser in Schliersee, mit Lüftlmalerei verzierte Hausfassaden wie in Neubeuern und in Grassau/Rottau sind Zeugnisse vergangener Zeiten. Sonhofen, Füssen und Traunstein zählen zu den traditionsreichen Alpenstädten in Bayern. Stellen Sie Ihr Fahrrad ab und unternehmen Sie einen Streifzug durch die Orte mit ihrer tollen Gastronomie, mit ihren markanten Kirchen u. a. die weltbekannte Wieskirche bei Wildsteig. Nicht zu vergessen die Schlösser von König Ludwig II. in Schwangau und im Chiemsee - Schloss Neuschwanstein, Hohenschwangau und Schloß Herrenchiemsee.
Zahlreiche Seen säumen den Weg und laden zu einer Badepause ein: größere Gewässer wie der Große Alpsee wechseln sich mit idylischen Geheimtipps wie dem Rottach See bei Oy-Mittelberg, dem Hopfensee, dem Tegernsee und den Höglwörther See in Anger ab.
Die gesamte Tour (Gesamtstrecke 465 km und 5.467 Hm) wurde von uns in 5 gleichmäßige Tagestouren aufgeteilt.
Dabei waren von links nach rechts Wilhelm Steffens, Markus Kunz, Ralf Brotzel, Christoph Kenter, Rüdiger Schwei-gert, Jürgen Jakob, Thomas Hoffmann und Uwe Bogner.
Kurzzusammenfassung Bodensee-Königssee-Radweg
Ein rundum gelungener 5-tägiger Fahrradausflug, an dem einer der bekanntesten Radwege in Deutschland mit sportlichem Ehrgeiz bezwungen wurde. Insgesamt wurden auf der Tour 465 km zurückgelegt, 5.467 Hm überwunden und 25h und 30m geradelt. Regenausrüstung wurde lediglich am ersten Tag benötigt, die Regentropfen am zweiten Tag gegen Mittag waren von kurzer Dauer und schnell wieder getrocknet. Der Support von Uwe während der 5 Tage mit Gepäcktransport, Checkin, Tischreservierungen etc. war hervorragend. Übernachtungen waren alle sehr gut gewählt, herzlichen Dank hierfür an Ralf und für die gelungene Aufteilung der Stecke, Reservierung der Hotels und an Uwe für den Vorort Support und Transport. Die Touren, immer auf ausgezeichneten Radwegen unterwegs, waren durchaus anspruchsvoll, in herrlichen Landschaften, die Truppe passte, die Abende waren kurzweilig, witzig und unterhaltsam. Auch entstand die ein oder andere Anekdote. Kurzum, uns allen hat es super gefallen. Wer gerne noch etwas mehr erfahren möchte, hier noch kleine Tagesberichte zu den einzelnen Etappen.
Tag 1 von Lindau nach Vorderburg:
Nachdem die Anreise (Start um 5:45 Uhr in Hohenwart) mit dem Begleitfahrzeug und einem PKW planmäßig verlief, konnten wir bei leichtem Nieselregen pünktlich um 9:15 Uhr starten. Startpunkt des Radweges war der alte Bahnhof in Lindau im Bodensee. Von hier aus fährt man in die hügelige Voralpenlandschaft des Allgäus. Vorbei am Schloss Syrgenstein der Oberen Argen folgend bis Zwirkenberg, dann in Richtung Röthenbach, Schönau bis Stiefenhofen. Hier haben wir unsere Mittagspause gemacht, die Regenkleidung getrocknet und uns gestärkt. Nachdem nun auch der Regen aufgehört hatte, führte uns die Route durch Oberstaufen, vorbei am Großen Alpsee und dann der Iller flussabwärts folgend nach Immenstadt im Allgäu und Sonthofen. Danach ging es aufwärts über Burgberg im Allgäu und über Rettenberg zu unserem Tagesziel der Etappe nach Vorderburg, wo wir im Gasthaus Hirsch eine tolle Unterkunft hatten. Hier sind wir nach 95 km, 1.278 Hm Anstieg, 823 Hm Abfahrt und 5h 25m Fahrzeit bei Sonnenschein gut angekommen. Uwe hatte unser Gepäck bereits vor die Zimmer gestellt und so mussten wir nur noch einchecken. Nach einer warmen Dusche und einem erfrischenden Getränk haben wir dann bei einem leckeren Abendessen im Gasthaus Hirsch den ersten Abend bei netten Gesprächen und guter Atmosphäre ausklingen lassen.
Tag 2 von Vorderburg nach Bad Kohlgrub:
Nach ausgiebigem gemeinsamem Frühstück wurde um 9:00 Uhr bei besten Radwetter mit Sonnenschein gestartet. Weiter durch urige Dörfer, vorbei am Rottachspeichersee zur höchsten Ortschaft des Radwegs, Oy-Mittelberg. Über Nesselwang, dem Luftkurort an der Alpspitze ging es dann vorbei an der Privatbrauerei Maria Hilf in Speiden – leider ohne Pause da die Brauerei noch nicht geöffnet hatte - nach Hopfen am See. Nach einem kurzen Fotostopp und einer Snackpause ging es entlang des Hopfensees weiter und wir erreichten die höchstgelegene Stadt Bayerns, Füssen. Nach Schwangau - mit den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau, die seit 2025 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen - radelten wir entlang des Bannwaldsee über kleinere Dörfer und Ortschaften durch die typische Landschaft des Allgäus zur weltbekannten Wieskirche, die bereits seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ein Besuch mit Fotostopp war hier natürlich ein muss!
Geschichtliches zur Wieskirch:
Die Wallfahrt zur Wieskirche begann 1738, als die Bauernfamilie Lory eine Statue des gegeißelten Heilands auf ihren einsamen Hof im Moor brachte. Wegen des enormen Pilgerstroms errichtete das Kloster Steingaden 1740 eine kleine Kapelle. Da der Andrang weiter massiv zunahm, beauftragte Abt Hyazinth Gaßner 1743 den Baumeister Dominikus Zimmermann mit der Planung einer prachtvollen Großkirche.
Nach dem Tod des Abtes 1745 führte sein Nachfolger, Abt Marian II. Mayr, das ehrgeizige Projekt fort. Er erwirkte trotz Skepsis des Kurfürsten Max Josef III. die offizielle Grundsteinlegung, die am 10. Juli 1746 stattfand. Bis 1749 wurden das Priesterhaus und der architektonisch bahnbrechende Ostchor fertiggestellt. Zimmermann nutzte hier innovative hängende Holzbögen statt schwerem Mauerwerk. Nach der Segnung des Chors wurde das Gnadenbild im August 1749 feierlich dorthin übertragen.
Anschließend folgte der Bau des Langhauses, das prächtig mit Stuck und Malereien ausgestaltet wurde. Am 1. September 1754 wurde das vollendete Rokoko-Meisterwerk vor einer riesigen Menschenmenge offiziell eingeweiht. Mit dem Einbau der Seitenaltäre und der Orgel fand der Kirchenbau bis 1757 seinen Abschluss, was Zimmermann in einem dankbaren Votivbild festhielt.
Über Wildsteig ging es weiter vorbei an vielen kleinerer Seen, Bächlein und Mooren nach Bad Kohlgrub. Unsere Tagesetappe endete nach 87 km, 1.157 Hm Anstieg, 1.209 Hm Abfahrt und 4h 45m Fahrzeit bei herrlichem Sonnenschein. Unser Quartier war das Hotel am Wiesenhang, hier genossen wir die Sauna nach einem ambitionierten Radtag zur Entspannung, bevor es dann zum gemeinsamen Abendessen zum Gasthaus Adam und Eva ging, wo wir uns mit Schweinshaxen, Rippchen und sonstigen tschechischen Leckereien den Kalorienspeicher auffüllen konnten.
Tag 3 von Bad Kohlgrub zum Schliersee:
Auch diese Tagesetappe starteten wir wie immer pünktlich um 9:00 Uhr, nach einem soliden, üppigen und ausgiebigen Frühstück. Am Morgen ging es zur Entspannung erstmal bergab zu den Naturschutzgebieten Altenauer und Murnauer Moos und dann weiter in Richtung Eschenlohe. Vor hier aus folgten wir zunächst der Loisach in Richtung Kochel am See und später nach Benediktbeuern mit der weltberühmten Klosteranlage – leider war die Klosterbrauerei um 11:00 Uhr noch nicht geöffnet, um eine Erfrischung zu genießen. Nach einem kurzen Fotostopp und einer Trinkpause aus unseren eigenen Reserven ging es weiter über Bad Heilbrunn übers blaue Land mit allerhand Kunst und Kultur zur malerischen Fußgängerzone nach Bad Tölz. Die historische Marktstraße lud zum Innehalten ein. Deshalb und aufgrund der anspruchsvollen Tagesetappe (auch Königsetappe genannt) haben wir uns zum Mittagessen Pasta beim Italiener gegönnt, um die Speicher aufzufüllen, denn es lag an diesem Tag noch einiges an Höhenmeter vor uns.
Am Vormittag waren die Temperaturen noch erträglich mit um die 26 Grad - fürs Radfahren geradezu ideal - was sich allerdings ab den Mittagsstunden deutlich nach oben veränderte. Der Radweg führte uns nun über Gmund am Tegernsee mit etlichen Bergetappen über Hausham schließlich zum Schliersee. Dort angekommen stellte sich die Frage, ob wir mit der Seilbahn oder über den Forstweg unser Tagesziel der Schliersberg Alm erreichen möchten. Nach einer zusätzlichen Trinkpause bei einem Supermarkt am Schliersee wurden die Getränkespeicher nochmals aufgefüllt und alle Radler haben sich für den Forstweg entschieden. Insgesamt standen hier nochmal 270 Hm auf dem Programm. Unsere Tagesetappe endete gegen 17:00 Uhr nach 102 km, 1.334 Hm Anstieg, 1.111 Hm Abfahrt und 5h 45m Fahrzeit auf rund 1.060 Hm auf dem höchsten Punkt unserer gesamten Radtour.
Wie jeden Tag hatte Uwe für den Gepäcktragsport gesorgt und wir konnten unser Gepäck an der Seilbahn bzw. an der Rezeption in Empfang nehmen und die Zimmer beziehen. Nach dem Duschen war natürlich ein Sprung ins kühle Nass im Außenschwimmbad für alle Pflicht. Der Ausklang des Abends mit Abendessen und erfrischenden Getränken sowie der herrlichen Lage der Alm mit einem bezaubernden Ausblick über der Schliersee, toller Gastronomie und tollen Zimmern haben für die anspruchsvolle Auffahrt auf die Alm entschädigt. Der Tag verabschiedete sich mit einem herrlichen Abendrot über den Bergen. Zu vorgerückter Stunde haben wir uns dann im Almstadl noch einen guten Tropfen Rotwein gegönnt.
Tag 4 vom Schliersee nach Bergen:
Heute starteten wir wie immer um 9:00 Uhr zunächst mit der Verladung des Gepäcks in die Seilbahn, wer Lust hatte, nahm die Abfahrt zur Talstation, der Rest nahm die bequemere Variante die Seilbahn. Uwe war mit dem Auto parat und so konnten wir an der Talstation unser Gepäck wieder verladen.
Zunächst entlang des Schliersees über Fischbachau folgten wir der Route mehrheitlich bergab nach Bad Feilnbach am Fuße des Wendelstein. Dann führte uns die Tagesetappe nach Neubeuren, einer malerischen Siedlung um das renommierte Schloss Neubeuern (ein privates Internatsgymnasium im Inntal bei Rosenheim). Hier war nach zunehmender Wärme der erste Zwischenstopp mit Kaffee und süßen Leckereien angesagt, denn das Thermometer zeigte bereits um 11:00 Uhr fast 30°C an. Nach Überquerung des Inns folgten wir dem Weg nach Rohrdorf, wo ein wichtiger Zementhersteller in Süden von Deutschland sein Produktionswerk hat, der Weg führte uns direkt an diesem Werk vorbei und wir folgten der Rohrdorfer Aache Flussaufwärts entlang der staugeplagten A8 bis Frasdorf.
Weiter über Aschau im Chiemgau am Fuße der Kampenwand nach Bernau am Chiemsee, wo wir einen verdienten Bade- und Getränkestopp direkt am Chiemsee eingelegt haben. Nach einer Pause und der Erfrischung im See konnte die Tagesetappe fortgesetzt werden. Diese heiße Etappe endete gegen 16:30 Uhr in Bergen nach 98 km, 757 Hm Anstieg, 1.261 Hm Abfahrt und 5h Fahrzeit. Unsere Unterkunft das Hotel Gasthof zur Post war offensichtlich im Umbruch (neuer Betreiber mit wenig Gespür für Gastronomie) und unser reservierter Tisch zum Abendessen wurde kurzfristig abgesagt. Auch eines unserer gebuchten Zimmer war leider bei Ankunft noch nicht fertig und Markus und ich mussten bei einem Getränk vom Haus warten, bis das Zimmer gerichtet war… Den Tag haben wir dann bei guten Gesprächen, kühleren Temperaturen und leckerem Essen beim Griechen auf der Terrasse ausklingen lassen.
Tag 5 von Bergen zum Königssee:
Die letzte Tagesetappe der Tour führte heute über Siegsdorf entlang der Traun bis Traunstein, dann weiter nach Teisendorf. Dem Ramsauer Bach folgend zum Höglwörther See bei Anger, beim Wieninger Klosterwirt in Höglwörth klappte es erstmals mit einer Einkehr in einem Biergarten gegen 10:45 Uhr, da dieser gerade öffnete. Wir packten die Gelegenheit beim Schopf und erfrischten uns mit alkoholfreien Getränken. Bei Piding überquerten wir die A8 der Saalach folgend bis Bad Reichenhall. Vor unserem letzten großen Anstieg der Tages- und Wochenetappe stärkten wir uns nochmal im tollem Biergarten Wieninger-Schwaben-Bräu unter Kastanienbäumen.
Der Anstieg über Bischofswiesen - zwar mehrheitlich im Schatten des Waldes - forderte nochmals alles von den Radlern, denn in der Spitze gab es einen Anstieg von bis zu 20% Steigung, zwar auf dem asphaltierten Radweg aber nach den vielen gesammelten Kilometern und reichlich Höhenmetern forderte es der Truppe nochmal alles ab … In Berchtesgaden angekommen war es dann nur noch ein Katzensprung zum Königssee.
Die heißeste Etappe der Tour mit bis zu 37 °C im Schatten endete gegen 16:00 Uhr am Königssee nach 83 km, 941 Hm Anstieg, 931 Hm Abfahrt und 4h 40m Fahrzeit.
Rückreise nach Hohenwart:
Bei der Rückfahrt am Freitag (Rüdiger und Thomas - ohne Gepäck und Rad - mit dem Zug und der Rest mit dem Begleitfahrzeug) hatte ebenfalls alles ganz gut geklappt und wir haben nach unserer Ankunft (gegen 16:15 Uhr) in Hohenwart das Fahrzeug gereinigt und den Hänger abgeladen und wieder von den Aufbauten befreit. Gegen 17:00 Uhr sind dann Thomas und Rüdiger ebenfalls in Hohenwart eingetroffen.
Als Guide der Truppe kann ich mich noch für die hervorragende Disziplin, den guten Zusammenhalt und die freund-schaftliche Art und Weise wie wir miteinander umgegangen sind bedanken. Wir hatten keine technischen Ausfälle, keine Unfälle und alle sind wohlbehalten wieder zuhause angekommen.
Christoph Kenter